Druckerschwärze
zur MediathekCaritas Jugendmigrationsdienst

Trägerschaft

2010 begann der Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes Nürnberg mit der Einführung unterschiedlicher Projekte, die eine stärkere Beteiligung junger Migranten am kulturellen und gesellschaftlichen Leben anstreben. "CariMigra-Reisen" oder die "Szenische Agenda" erwiesen sich als erfolgreiche Modelle, die Jugendlichen anzuregen, sich für ihre Bedeutung in ihrem konkreten sozialen Umfeld einzusetzen.

In unserer Integrationsarbeit ist es stets wichtig, den Fokus auch auf die Förderung der Teilnahme und dem damit verbundenen Gewinn für unser Gemeinwesen zu richten.

Mit "Druckerschwärze" erfolgt nun ein nächster Schritt, der über die Grenzen Nürnbergs hinaus führt.
Der Unterschied zwischen dem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in der Bevölkerung und ihrer Anwesenheit in der deutschen Medienlandschaft ist hoch. Wirtschaftlich und demografisch stellen Einwanderer einen wichtigen Teil der deutschen Gesellschaft dar. Mit der Kampagne sollen Medienschaffende mit Zuwanderungserfahrung gewonnen und gefördert werden, um so die Normalität und Perspektivenvielfalt in den Medien abzubilden und mit zu gestalten.

Um die Ziele der Maßnahme zu erreichen, spielen folgende Anzeichen eine Rolle:
Die Motivation junger Migranten, die im Beruf des Journalisten eine Perspektive zu sehen, die mit Sicherheit und sozialem Aufstieg verbunden ist. Hier gilt es das Zutrauen bei Jugendlichen und den Eltern zu wecken, ein entsprechendes Studium oder eine Ausbildung aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen.

Auf der anderen Seite ist auch die Bereitschaft der Zeitungsverlage notwendig, Journalisten mit Einwanderungsgeschichte zu beschäftigen. Nur wenn die späteren Berufsaussichten sicher sind, wird es gelingen, junge Migranten für Medienberufe zu begeistern.
 
Die Fähigkeit einer türkischstämmigen Frauenärztin wird nicht an ihrem kulturellen Hintergrund und ihren Sprachkenntnissen gemessen, sondern an ihrer medizinischen Qualifikation. Ebenso sollten bei einem Journalisten nicht seine Herkunft, sondern seine ausführliche Recherche und seine sprachliche Formulierungskunst bedeutsam sein. Dass seine Zuwanderungserfahrung bei bestimmten Themen hilfreich sein kann, ist ja kein Nachteil.

Integration ist erst dann erfolgt, wenn wir nicht mehr darüber sprechen und wenn der Begriff "Migrationshintergrund" keine Erwähnung mehr findet.

Das Projekt "Druckerschwärze" will dazu einen Beitrag leisten.

Michael Russ
Jugendmigrationsdienste

Jugendgerecht übersetzt von Eduard Schlecht